Geschlecht gilt im Alltagsverstand nach wie vor al natürlich Tatsache und als ursächlich für soziale Phänomene: 'Frauen würden schlechter Autofahren können und würden sich nicht mit Technik auskennen, Männer können nicht zuhören und würden sich nur für Fußball und Autos interessieren.'
Soweit jedenfalls einige gängige (etwas überzeichnete) Klischees. Doch was wird eigentlich (aus soziologischer Sicht) behauptet, wenn Verhalten auf biologische Determinanten zurückgeführt wird?
Welche Perspektivveränderungen hat die Soziologie anzubieten?
 
Die Lehrveranstaltung versteht sich als eine Einführung in Fragen und Perspektiven der Geschlechtersoziologie. Nach allgemein einführenden Einheiten werden Ausschnitte aus Grundtexten der Geschlechtersoziologie gelesen. Darauf folgen unterschiedliche thematische Schwerpunkte, darunter auch (sozial)konstruktivistische Perspektiven, wie etwa die sex/gender-Unterscheidung; sowie Ansätze des 'doing gender', die sich mit der (alltäglichen) (Re)Konstruktion von Geschlecht und Geschlechterunterscheidungen beschäftigen; darüber hinaus werden kritische Perspektiven auf die naturwissenschaftliche Forschung vorgestellt und diskutiert.
 
Ziele der Lehrveranstaltung: Die Studierenden sollen einen Überblick über die Grundthemen und die Entwicklung innerhalb der soziologischen Debatte bekommen. Darüber hinaus soll die Fähigkeit erworben (bzw. weiterentwickelt werden) Geschlechterdiskurse, wie sie uns im alltäglichen Leben begegnen, mit Sensibilität in Bezug auf Naturalisierungen analysieren zu können. 
 
Alle Materialen werden zu Beginn des Seminars auf Moodle bereitgestellt. Auch die Leistungsanforderungen sowie die Bekanntgabe der Fristen finden im Seminar sowie auf Moodle statt. 

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Semester: Inverno 2023/24
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