Digitale Lehre
Prof. Dr. Peter Euler Sommersemester 2025

[h1]Nicht-Nachhaltigkeit Verstehen als Allgemeinbildung[/h1]

Inhalt des Seminars
Die Umweltkrise ist zur katastrophalen Normalität geworden und die Dringlichkeit endlich auf einen Pfad der globalen Nachhaltigkeit zu kommen ist drängender denn je.

[i]„Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen.“
Ernst Ulrich von Weizsäcker

„Wir haben kein Umweltproblem, sondern ein Gesellschaftsproblem.“
Maja Göpel[/i]

Aber entgegen der vielen Deklamationen, Beschlüsse, Konferenzen und Initiativen ist nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit bislang nirgendwo zu konstatieren. Alle wichtigen Daten zeigen deutlich negative Enbtwicklungen.
Und dazu kommen mit viel Aufwand erzeugte Greeningstrategien und die Allgegenwart des dadurch immer nichtssagenderen Begriffs „nachhaltig“:
So verzeichnet Google 4. September 2024 zu diesem Begriff 1,73 Milliarden Suchergebnisse. Beispielsweise schreibt der britische Öl- und Gaskonzern BP, dass sie ihre sozialen Investitionen auf die Unterstützung ihrer Nachhaltigkeitsziele konzentrieren werden (BP Group 2024).

[i]Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit:
Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet
Ingolfur Blühdorn u.a.[/i]

Wer nicht wirklichkeitsblind ist, hat zur Kenntnis zu nehmen, dass gerade die nicht-nachhaltige Entwicklung „nachhaltig“ ist.

Im Kontext der UN-Umweltpolitik wurden seit 2004 weltweit ausgerichtete Beschlüsse zu einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gefasst und auch in der BRD curricular integriert, um die Durchsetzung von Nachhaltigkeit pädagogisch zu befördern.

Soll BNE gegenüber den Ursachen der Nicht-Nachhaltigkeit eine einer Bildung angemessenen Bedeutung haben, hat sie Einsichten in die Ursachen für Nicht-Nachhaltigkeit zu ermöglichen, was etwas anderes ist, als grüne Ilussionen zu verbreiten. BNE darf nicht eine Alibi-Funktion bekommen, i.d.S.: „Pädagogik soll richten, was politisch nicht gelingt.“ (Euler 2014, HLZ – Zeitschrift für Erziehung, Bildung und Forschung, Heft 12, S. 12-13)

Hieraus ergibt sich „die Aufgabe im Fachunterricht, im schulischen Leben und in außerschulischen Vernetzungen die fachlichen und politischen Dimensionen der Gründe für eine nichtnachhaltige Entwicklung sachlich angemessen zu erarbeiten, um sie zu verstehen und um dadurch Perspektiven sowohl für das individuelle Handeln als auch für die Möglichkeiten kollektiven Handelns zu gewinnen.“ (Euler, 2014, S. 172)

Das aber bedeutete sich pädagogisch am Prinzip des Verstehens der Welt zu orientieren. Verstehen i.S. der von Martin Wagenschein begründeten und vielfach weiterentwickelten pädagogischen Tradition erfordert ein genetisches Lehren. Verstehen bedeutet, von einer Sache ihre Entstehungsgeschichte nachzuvollziehen und die darin zu identifizierenden Gründe zu erkennen.
Das bedeutet auch, dass „Nachhaltigkeit“ nicht als ein besonderer Unterrichtsgegenstand zu begreifen ist, sondern als einen Perspektive auf alle Bereiche der weltgesellschaftlichen Entwicklung, schulisch gesprochen daher auch auf alle Fächer, die Verbindung der Fächer und das Schulverständnis und entsprechend das zu kultivierende Schulleben.



[h1]Struktur des Seminars[/h1]

[b]I Beginn des Seminars[/b]:
Erste Erläuterungen des Seminartitels und die Vorstellung meines Vorschlags zur Gestaltung des Seminars finden in der ersten Seminarsitzung statt.

Das Seminar ist nach Studienordnung im „VeNN-Modul“ angesiedelt.
LaG 2017:Vernetzungsbereich:
Modulname: Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und nachhaltiger Entwicklung
https://www.humanw.tu-darmstadt.de/media/humanwissenschaften/pruefungssekretariat/aushang/2021/MHB_Grundwissenschaften_2017_LaG_2019_07_05_v1.pdf

LaG 2021: Grundwissenschaften im Vernetzungsbereich
Modulname: Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und nachhaltiger Entwicklung
https://www.humanw.tu-darmstadt.de/media/humanwissenschaften/pruefungssekretariat/aushang/2021/Modulhandbuch_LaGgesamt_20201014_v1.pdf

Die Begründung und Beschreibung des Moduls Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und Nachhaltigkeit – VeNN - finden Sie auf der HP des Arbeitsbereiches unter https://www.abpaed.tu-darmstadt.de/media/abpaed___anu/Venn_-_Paedagogisches_Verstehen_von_Naturwissenschaft_und_Nachhaltigkeit.pdf

In der ersten Sitzung können auch all die Fragen besprochen werden, die Sie zu Form und Inhalt des Seminars haben.


[b]II Vorlesungsteil des Seminars:[/b]
Zu Beginn der gemeinsamen Texterschließungen im Seminar möchte ich mit einem Vorlesungsteil über die ersten 3 Sitzungen beginnen. Die Vorlesung erfolgt in drei Abschnitten:
Erster Teil
Entstehung, Begründung, Ziele und Widersprüche
der Nachhaltigkeitspolitik

Zweiter Teil
Das Konzept einer sog. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
und der didaktische Umgang mit deren Widersprüche

Dritter Teil
Verstehen als allgemeines Prinzip der Pädagogik und eben auch
von BNE im Besonderen


[b]III Präsentationen und Interpretationen von wichtigen Aspekten
des Verstehens der „Nachhaltigkeitsproblematrik“[/b]
Sie finden auf Moodle alle wichtigen Informationen zum Seminar:


- [i]Seminarankündigung
- Zum Inhalt und Plan des Seminars
Zeitleiste des Seminars
- Präsentationen zum Vorlesungsteil des Seminars
- Eine sehr umfangreiche Literaturliste
- Die zum einführenden Schmökern gedacht ist. Nachträge und Begleittexte zum Seminar
- Studentische Arbeiten die während des Seminars entstehen
(Präsentationen und theoretische Begleittexte)
- Mitteilungen aller Art[/i]

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Semester: ST 2025