Lehrinhalte
[b]UDVARHÁZAK
BUDAPESTER HÖFE[/b]
 
In der fortwährenden Suche nach Dichte, Wohnqualität und gemeinschaftsfähiger Architektur sollen die Udvarházak, die charakteristischen Hofhäuser in Budapest weitergedacht werden. Das urbane Gefüge aus tief geschnittenen Parzellen mit Blockrandbebauungen und sequenziellen Innenhöfen steht exemplarisch für die städtischen Verdichtungsstrategien im Zuge der beschleunigten Urbanisierung nach der Vereinigung von Buda, Pest und Óbuda. Charakteristisch sind die Pawlatschen, offene, umlaufende Erschließungsbalkone, die ein Netz aus Bewegung und Begegnung spannen, das sich in vertikalen und horizontalen Sequenzen entfaltet und ein räumliches Kontinuum zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, zwischen Rückzug und Austausch bildet.
Im siebten Bezirk, einem dichten, historisch vielschichtigen Quartier im Herzen der Stadt, ist in der Vervollständigung eines fragmentierten Blocks das Hofhaus als archetypische Form verdichteten, gemeinschaftlichen Wohnens und urbaner Identität im Spiegel gegenwärtiger Herausforderungen weiterzuschreiben, soziale und atmosphärische Potenziale zu entdecken und zugleich Strategien des Weiterbauens jenseits der Dichotomie von Gestern und Morgen zu suchen.
 
Die Reaktivierung dieser urbanen Tiefenräume verlangt nach einer Balance, einem poetischen Dialog und einer respektvollen Überlagerung und Ergänzung verschiedener historischer Schichten. Die Gegenwart ist aus der Vergangenheit zu denken; aus den Schnittstellen, Übergängen und architektonischen Zwischenräumen sind charaktervolle und vielfältige Räume zu entwickeln, so dass durch das Hinzufügen ein neues Ganzes entsteht. Ausgangspunkt sind die vielschichtigen Spuren die achtsam und gleichsam mutig durch eine kontextuelle Interpretation zu transzendieren und sinnig, eigenständig und zeitgenössisch zu ergänzen und zu erweitern sind.
In der Auseinandersetzung um eine angemessene Masse, Maßstab und Materialität sind die elementaren Fragen der Architektur – Raum, Struktur, Material - zu beantworten und insbesondere die Schwellenbereiche und Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Nutzungen zu entwickeln.
 
Beispielhaft sollen dabei Antworten auf das schwindende strikte Gegenüber von Wohnen und Arbeit, Arbeitszeit und Freizeit gefunden werden, da aufgrund der technischen Entwicklungen die berufliche Arbeit individualisiert, zeitlich flexibler und räumlich entgrenzt wird. Über das Gehäuse der Wohnung hinaus ist zudem die Gemeinschaft, das Wohnumfeld und die Freiräume inhaltlich und architektonisch zu denken.

Weitere Informationen
Kick-off: 15. Oktober 2025 - 14 Uhr
L3|01 R370

Wöchentliche Treffen: mittwochs 14 - 18 Uhr

Zusätzliche Informationen
https://www.ebk.architektur.tu-darmstadt.de

Online-Angebote
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Semester: WiSe 2025/26
Jupyterhub API Server: https://tu-jupyter-t.ca.hrz.tu-darmstadt.de