Lehrinhalte
In diesem Seminar geht es um künstlerische Projekte vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die auf den Verlust von Kulturgütern im öffentlichen Raum reagieren.

Die Praxis der vollständigen Rekonstruktion wird dabei ausgeklammert, da nicht die Tilgung des Verlusts, sondern Strategien zur Sichtbarmachung und kollektiven Memorierung der Verlusterfahrung untersucht werden sollen. Diese können sich zum Beispiel in der Inszenierung der entstandenen Leerstelle oder in dem Erhalten von Spuren der Zerstörung ausdrücken. Es geht auch nicht um individuelle Trauerbewältigung, sondern um die kollektive Wahrnehmung eines Verlusts durch eine soziale Gruppe, die mittels eines künstlerischen Projektes stellvertretend bearbeitet wird. Dabei werden Fragen nach der bildlichen Dokumentation der Leerstelle oder des Ortes der Zerstörung, der Auswahl von aus Sicht der betroffenen Gemeinschaft geeigneten Künstler:innen, den materiellen und formalen Strategien zur Befriedigung des Authentizitätsbedürfnisses sowie der öffentlichen Reaktion auf das entstandene Kunstprojekt beleuchtet. Wir werden sowohl Beispiele aus dem Bereich der Denkmalkultur und Architektur als auch Skulpturen, Fotografien, Gemälde und Installationen analysieren.

Zu den sprachlichen Voraussetzungen: Die Veranstaltungssprache ist deutsch, teilweise gibt es englische Forschungsliteratur. Die Abgabeleistung darf nach vorheriger Absprache auch auf englisch erfolgen.

Erwartete Teilnehmerzahl
25

Weitere Informationen
Aufgaben:
Textlektüre
Die Seminarteilnehmer:innen werden in Gruppen von maximal 3 Personen Sitzungen zu vorab festgelegten Themen inhaltlich vorbereiten, während der Sitzung Inputs geben und die Gespräche moderieren.
Die benotete Abgabeleistung ist ein 4-5 seitiger, wissenschaftlicher Essay zu einem Thema des Seminars (Abgabe 01.08.26)

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Semester: SoSe 2026
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