Lehrinhalte
[b]Gesicht der Stadt – die Tektonik der Hülle[/b]

Die Fassade ist mehr als Hülle. Sie ist Schwelle, Membran und Zeichen – ein vermittelndes Gefüge zwischen Innen und Außen, zwischen individueller Nutzung und kollektiver Stadt. In ihrer Materialität, Proportion und Gliederung schreibt die Fassade sich in den Stadtraum ein, formt Straßen und Plätze, ordnet Maßstäbe und prägt die atmosphärische Wahrnehmung des öffentlichen Raums.

Als Straßenfassade wird sie zum sichtbaren Gesicht des Hauses, zum Träger architektonischer und gesellschaftlicher Haltung und moduliert zugleich Intimität und Offenheit, Rückzug und Teilhabe. Rhythmus, Tektonik und Tiefe bestimmen ihre Lesbarkeit im Stadtraum; sie verhandelt zugleich das Ganze der Stadt und das Besondere der dahinterliegenden Räume. Die Fassade steht damit im Spannungsfeld zwischen Ordnung und Individualität, Dauer und Wandel, Konstruktion und Ausdruck.

Ausgehend von der analytischen Auseinandersetzung mit exemplarischen städtischen Fassaden werden deren Aufbau, proportionale Systeme, strukturelle Logiken und konstruktive Fügungen untersucht – vom städtebaulichen Zusammenhang bis zum materiellen und konstruktiven Detail. Diese Analysen bilden die Grundlage für die Entwicklung einer eigenen Fassade.
Gedacht werden können leichte, nichttragende Fassaden, massive, tragende Konstruktionen oder hybride Systeme aus nachhaltigen Materialien. Entscheidend ist nicht die Typologie, sondern die Kohärenz zwischen Idee, Material, Konstruktion und stadträumlicher Wirkung. Die Aufgabe fordert dazu auf, die Fassade als kulturelles Artefakt zu begreifen: als gebaute Haltung zur Stadt, als räumlich verdichteten Ausdruck von Struktur, Maßstab und Material – und als Ort, an dem Architektur öffentlich wird.

Weitere Informationen
Kick-off: 15. April 2026 - 10 Uhr
L3|01 R370
 

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