
Offizielle Kursbeschreibung
Aus archäologischer Perspektive gehört das antike Westgriechenland zu den zu den spannendsten und zugleich am wenigsten erforschten Regionen Griechenlands. Dies gilt auch für die Heiligtümer und Kultplätze dieser Region, die im Zentrum der Lehrveranstaltung stehen werden. Die Heiligtümer und Kultplätze Akarnaniens weisen eine große Vielfalt auf, die von kleinen Kultstätten bis hin zu großen Heiligtumskomplexen mit überregionaler Bedeutung reicht. Das Seminar beschäftigt sich mit der (Sakral-)Landschaft, die Rahmen und Setting bilden, der gebauten Umwelt und den verschiedenen Objekten (z.B. Keramik, Münzen, Inschriften, Terrakotten), die in diesen Heiligtümern genutzt und später gefunden wurden.
In der archäologisch-historischen Forschung werden antike Heiligtümer nicht nur als Orte der Götterverehrung, sondern auch als soziale, wirtschaftliche und kulturelle Hubs verstanden. Kult, Religion und Ritual bilden auf unterschiedlichen Ebenen einen wichtigen Bestandteil des antiken Alltags, strukturieren aber auch Momente des Besonderen. In der jüngeren Vergangenheit ist die materielle Kultur griechischer Heiligtümer wieder verstärkt in den Fokus der altertumswissenschaftlichen Forschung gerückt. Das gilt vor allem für Fragestellungen, die die griechische Religion betreffen (material turn/ post-material turn) und diese als "material phenomenon" begreifen und "belief as a practice founded in the material world" verstehen (Haysom u. a. 2024, 7). Neben religiösen Praktiken werden in der Veranstaltung aber auch soziale Strukturen und ökonomische Aspekte beleuchtet.
Um sich der materiellen Kultur akarnanischer Heiligtümer zu nähern und verschiedene archäologische Forschungspraktiken kennenzulernen, setzen sich die Studierenden in unterschiedlichen Lernformaten mit ausgewählten Heiligtümern, Kultstätten und Kultlandschaften in Akarnanien auseinander. Der Fokus liegt auf der Arbeit mit Fund- und Votivmaterial. Darüber hinaus vermittelt das Seminar grundlegende Fertigkeiten des archäologischen Arbeitens und führt in zentrale Quellengattungen der Klassischen Archäologie ein. Der Workshop ist eine RMU-Kooperation und wird gemeinsam mit Dr. Anne Sieverling (Institut für Altertumswissenschaften, JGU Mainz) durchgeführt.
[b]Termine:[/b]
Kick-off (17.04.26, online) 10-14 Uhr
Blockseminar (18.08 – 19.08.26 JGU Mainz, Philosophicum, 2. Stock, P210) – 9-17 Uhr
[b]Literatur:[/b]
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[*]F. Lang, Felsen und Steine - Mutmaßungen über an-ikonische Kultstätten in Akarnanien, in: M. Giannopoulou – Chr. Kallini (Hrsg.), Echadin. Timetikos tomos gia ti Stella Drougou (Athen 2016) 738–758
[*]F. Lang, Architektur im Kontext akarnanischer Kultorte, in: O.?Vikatou – V.?Staikou – F.?Saranti (Hrsg.), To Archaelogiko ergo stin Aitolokarnania kai ti Lefkada, Proceedings of the 2nd International Archaeological and Historical Congress 6-8.12.2013) (Mesolonghi 2018) 109–123
[*]M. Haysom – M. Mili – J. Wallensten, Introduction: The Stuff of the Goods, in: M. Haysom – M. Mili – J. Wallensten (Hrsg.), The Stuff of the goods. The material aspects of religion in ancient Greece, Skrifter utgivna av Svenska Institutet i Athen 59 (2024) 1–14, doi: https://doi.org/10.30549/actaath-4-59-00
[*]J. M. Barringer – G. Ekroth – D. Scahill (Hrsg.), Logistics in Greek sanctuaries: exploring the human experience of visiting the gods, Monumenta Graeca et Romana 30 (Leiden 2025), doi: 10.1163/9789004720909
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- Lehrende: Anna-Lena Krüger