Offizielle Kursbeschreibung
Migrationspolitik (verstanden als Asyl-, Fachkräftezuwanderungs- & Integrationspolitk) erweist sich seit 2014 immer wieder als eines der salientesten und meist umkämpftesten Politikfelder in Deutschland. Es zeichnet sich durch einen besonderen Querschnittscharakter aus, da es humanitäre, soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ordnungspolitische Fragestellungen aufwirft, die in Deutschland auf verschiedenen föderalen Ebenen, eingebettet in den europäischen und internationalen Kontext, politisch und administrativ bearbeitet werden müssen. Diese Charakteristika machen das Politikfeld besonders komplex, aber auch besonders spannend!
Im Seminar wollen wir uns insbesondere mit den aktuelleren Dynamiken in der Migrationspolitik seit 2021 befassen. Denn während das Politikfeld bei der Bundestagswahl 2021 für die meisten Wähler:innen nur noch nachrangige Bedeutung hatte, prägte es den Wahlkampf 2024/2025 maßgeblich und erwies sich in den ostdeutschen Flächenländern als wahlentscheidend.
Gerade weil das Politikfeld in den letzten drei Jahren derart präsent war, Politikentscheidungs- und Verwaltungsversäumnisse diskutiert und mit hoher Schlagzahl neue Policy-Forderungen erhoben wurden, lohnt sich ein policy-analytischer Blick auf die Migrationspolitik, um Dynamiken besser verstehen und kritisch einordnen zu können.
Unter anderem wollen wir im Seminar folgende Fragestellungen in den Blick nehmen: In welchem institutionellen Rahmen findet Migrationspolitik in Deutschland statt und wie hat sich dieser in den letzten Jahren verändert (Stichwort u.a.: Reform des Europäischen Asylsystems 2024)? Welche Akteure prägen das Politikfeld? Welche zentralen Politikentscheidungen wurden in den letzten Jahren getroffen und erfolgte damit ein permissiver oder restriktiver Wandel? Welche Rolle spielen focusing events wie die Anschläge von Magdeburg oder Aschaffenburg und mediale Debatten für das Politikfeld?
Wo ergeben sich bei Regulierungen und politischen Prozessen zentrale Defizite und welche Policy-Veränderungen wären notwendig und rechtlich möglich, um diese zu beheben?
Das Seminar findet vorrangig in Präsenz statt. Die Studienleistung wird regelmäßig in Form einer Hausarbeit erbracht. Bitte informieren Sie sich ggf. eigenständig über die korrekte Modulzuordnung, Veranstaltungsbuchung und zu erbringende Studienleistung.
Die Hausarbeitsleistung kann - je nach persönlichem Interesse und nach Vorbesprechung - in unterschiedlichen Formaten erbracht werden, bspw. als empirsch-analytischen Hausarbeit, als Literature Review, in Form eines politikberatenden Policy-Papers oder durch Beteiligung an einem aktuellen Forschungsprojekt.
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- Lehrende: Svenja Schwarz